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Advent

Bei Kerzenlicht spricht es sich anders, als lege sich Wärme auf die Worte und in die Stimme ein sanfterer Ton. Kaum möglich sich zu streiten wenn das Wachs weich wird und sich vor den Augen verwandelt in schimmernde Hoffnung. Das Leuchten steckt an, erfasst die die Gesichter, glättet Wogen und Stirnen, dringt unter die Haut und hinterlässt eine Spur aus Glanz. – Tina Willms

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Familie Braun

Ein kleines Juwel, welches das ZDF da Anfang des Jahres viel zu kleinlaut ausgegraben und poliert hat: Fernsehen mit Witz, Mut und Einfallsreichtum. Auch wenn manche Szene etwas übertrieben scheint, lohnen Auseinandersetzung und evtl. auch Behandlung im Unterricht: Vorurteile, Lernfähigkeit, Indoktrination, Selbstfindung, Initiation und andere „heiße Eisen“ werden angerührt neben den offensichtlichen Reizthemen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit.

„‚Familie Braun‘ ist eine Mini-Serie in 8×6 Minuten, die frech und mit viel Humor mit dem Thema Rechtsradikalismus umgeht. – Kai (Vincent Krüger) und Thomas (Edin Hasanovic) sind Neonazis, Anfang 20 und wohnen gemeinsam in einer WG. Eines Tages steht Lara (Nomie Lane Tucker) vor der Tür. Sie ist sechs Jahre alt und schwarz. Was zunächst wie ein Scherz klingt, ist leider die bittere Wahrheit: Lara ist Thomas‘ Tochter, von deren Existenz er nicht einmal wusste. Als sich die Tür schließt und Lara ins Wohnzimmer tapst, beginnt für Neonazi Thomas seine ganz persönliche Odyssee. – Das Projekt ist als Web- und TV-Serie entstanden. Neben dem Hauptcast sind einige bekannte Youtuber in kleinen Gastrollen zu sehen, z.B. LeFloid, CuBirds oder die SpaceFrogs. Marti Fischer und Marie Meimberg haben Teile des Soundtracks beigesteuert.“ – Information des Produktionsteams Quantum

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Borrowed Time

Borrowed Time

Geliehen ist unsere Lebenszeit, über Gelingen oder Misslingen unseres Seins entscheidet weniger was wir bewusst oder unbewusst an Schuld auf uns laden und laden lassen, sondern vielmehr unser Umgang mit dieser Last. Der hervorragend gelungene Clip empfiehlt tapferes Anleben gegenüber resignierender Lebensmüdigkeit… und wird im Kontext anthropologischer Themen in Ethik- wie Religionsunterricht produktiv nutzbar sein.

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1’31“-Sieger „Upstairs“: Rasanter Oneshot

1’31“-Sieger „Upstairs“: Rasanter Oneshot

Unter dem Motto „Filme, wie du glaubst. Filme, was du liebst. Filme, worauf du hoffst.“ lud das Zentrum für angewandte Pastoralforschung zum Wettbewerb 1’31“ ein, um „die besten Nachwuchs-Youtuber und Filmemacher“ zu finden, die wahlweise in 1:31 oder 3:31 Minuten etwas zu den Themen Glaube, Hoffnung und Liebe zu sagen haben. Der Gewinner steht nunmehr fest: Es ist „Upstairs“ des Freiburger Filmemachers Christoph Peters1: „Zur Flucht gezwungen und in der Hoffnung auf ein sicheres Leben in einer anderen Welt verliert er alles…“

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  1. Gemeinsam mit wechselnden Teams produziert Peters Videos „für und mit Jugendarbeit“ und scheint beim BDKJ Freiburg aktiv zu sein (weitere Werke: „Bringt Farbe in die Schule“, „Freiburger Orientierungsjahr“ und „Sozialaktion Style“)… – ein Bild des Gewinners findet sich hier///

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Gerechter Krieg, gerechter Frieden…

Gerechter Krieg, gerechter Frieden…

„Premier Deuil“ von William Bouguereau, 1888

Tausende hingemordet, noch mehr auf der Flucht: Das himmelschreiende Unrecht, das Jesiden, Aleviten und Christen durch Kämpfende der Terrorgruppe des IS zugefügt wird und das Leid, das Vertreibung, Mord und unmenschliche Gewalt auslösen, belebt die Frage, mit welchen Mitteln den Aggressoren beizukommen ist, welche die Verantwortung für Massaker und Völkermord tragen. Ist nicht der Einsatz militärischer Mittel angemessen um dem Elend ein Ende zu bereiten? In Kriegszeiten wird immer wieder die Lehre vom Gerechten Krieg bemüht. Dieser Beitrag möchte einen Überblick über diese Lehre und deren Wert für heute geben…

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Memento mori: „Moving On“ von James

Memento mori: „Moving On“ von James

Die eigene Sterblichkeit zu entdecken, bedenken und verarbeiten bleiben aktuelle Kernaufgaben des Menschen – auch in unserer Zeit. Ein wichtiger Austragungsort der Verrichtung dieser Aufgaben ist die populäre Musik. Das von BAFTA-Preisträger Ainslie Henderson anrührend inszenierte Video zu dem in diesem Feld spielenden “Moving on” von James ist ein Kunstwerk, das nicht nur ästhetische Genüsse liefert, sondern auch inhaltlich eine Vielzahl an Anknüpfungspunkte bietet. Hier zunächst der Text in einer Übertragung (der englische Originaltext findet sich an vielen Stellen im Netz) mit einigen Gedanken dazu, dann das Video mitsamt einiger Vorschläge zur ertragreichen Verwendung in Unterricht und Katechese… Continue reading →

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OER-Predigt zu den Arbeitern im Weinberg

OER-Predigt zu den Arbeitern im Weinberg

Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Matthäus 20,1-16) – 1 Denn mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. 2 Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg. 3 Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten. 4 Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. 5 Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso. 6 Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, die dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum? 7 Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! 8 Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter, und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den letzten, bis hin zu den ersten. 9 Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. 10 Als dann die ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar. 11 Da begannen sie, über den Gutsherrn zu murren, 12 und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag über die Last der Arbeit und die Hitze ertragen. 13 Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? 14 Nimm dein Geld und geh! Ich will dem letzten ebenso viel geben wie dir. 15 Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich (zu anderen) gütig bin? 16 So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten.

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg1 ist eine echte Zumutung – wenn wir unsere üblichen Vorstellungen von Gerechtigkeit und Gleichbehandlung anlegen: Es passt mir nicht, dass diejenigen, die nur einen Bruchteil der Arbeit geleistet haben, den vollen Lohn erhalten. Aber warum eigentlich? Continue reading →





  1. Die Arbeiter im Weinberg – Jesus und das Geld – Handsignierter Original-Holzschnitt zum Wirtschaftskommentar des Heinz Schröder zum Neuen Testament: Jesus und das Geld. Wirtschaftskommentar zum Neuen Testament. Gesellschaft für Kulturhistorische Dokumentation e.V.: Karlsruhe, 1979. ///

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Kleine Auswahl digitaler Feedback-Tools

Kleine Auswahl digitaler Feedback-Tools

Kleine Auswahl von Online-Tools
für Feedback- und Evaluationsprozesse

feedbackGuter Unterricht lebt wesentlich von der Bereitschaft der Lehrkraft Rückmeldungen der Lernenden wertschätzend entgegen zu nehmen, wohlwollend und vorurteilsfrei zu berücksichtigen und das daraus als denkbare Verbesserung Reflektierte umzusetzen. In der einschlägigen Literatur gibt es eine ganze Reihe von Verfahren, Methoden und Tipps dazu, besonders hilfreich für den Unterrichtseinsatz sind

    Wolfgang Endres und Moritz Küffner, „Feedback-Methoden“, in: Rhetorik und Präsentation in der Sekundarstufe I, Weinheim: Beltz, 2008, S. 24-38 und
    Johann Budniak und Susanne Oberreuter, Abschnitt “Feedback”, in: Schülerinnen lernen präsentieren, Klasse 5-11, Lichtenau: AOL, 2008, S. 30-34.

Nicht immer und schon gar nicht prinzipiell, aber dennoch in vielen Zusammenhängen können auch Online-Tools Feedback- und Evaluationsprozesse befördern. Stärken zeigen diese Tools in der Individualisierung und Verfügbarmachung der Beiträge der Lernenden sowie der Weiterarbeit. Dass sich durch diese Tools auch Papier oder andere Materialien sparen lassen, mag auch noch als Argument für deren Erprobung anführbar sein.

Auswahl- bzw. Qualitätskriterien für diese Tools sind Flexibilität, Bedienbarkeit, Kosten und Werbeeinblendungen. Tools, deren sinnvolle Nutzung Geld kostet, nur mit fragwürdigen Produkthinweisen zu haben sind, in ihrer Benutzerführung ein hohes Maß an IT-Kompetenz bzw. komplizierte, für Normalsterbliche schwer umsetzbare Zusatzinstallationen erfordern, scheiden deswegen aus. Falls ein LMS (Learning Management System), also z.B. eine Moodle-Installation samt administrationskompetenter Lehrkraft zur Verfügung steht, wird sicherlich das entsprechende Modul erste Wahl sein, auch auf Edmodo lassen sich nicht zu anspruchsvolle Feedback- und Evaluationsprozesse initiieren, jedoch lohnt der Einrichtungsaufwand in beiden Fällen m.E. nicht, wenn „nur“ evaluiert bzw. Feedback gegeben werden soll. – Letztlich führt das Flexibilitäts-Kriterium zu einer Präferenz, die aber natürlich subjektiv geprägt ist.

Hinweisen möchte ich nachfolgend in aller Kürze auf vier Tools, die im Bereich der genannten Kriterien punkten können: kwiqpoll.com, Socrative.com, GoogleDrive (genauer: Formular-Modul von dessen früher als „GoogleDocs“ bzw. „Text und Tabellen“ bekanntem Onlinedokument-Service) und SurveyMonkey.com.

Kwiqpoll.com besticht durch geradlinige Benutzerführung: Eine Frage und bis zu fünf Antwortmöglichkeiten werden (ohne jegliche Registrierungs-Hürde) eingetragen, die Verfügbarkeitsdauer der Umfrage auf drei oder sieben Tage eingestellt, eine lösbare Additionsaufgabe als Authentifizierung gelöst, dann erhält man einen Kurz-Link zu einer auch auf Mobilgeräten gut aussehenden Seite, auf der Lernende (cookie-gesteuert nur einmal) abstimmen können und dann direkt auf eine Ergebnisseite weitergeleitet werden, welche das Gesamtergebnis in optisch ansprechender Weise anzeigt. – Mit diesem Service können auch technophobe Lehrkräfte problemlos und spontan simple Online-Abfragen erstellen. Dass es nur eine Wahlmöglichkeit und auch nur eine Frage geben kann, für alle Lernenden Rechner zur Verfügung stehen müssen und keine freie Rückmeldung unterstützt wird, erweist sich jedoch für komplexere Vorhaben sehr schnell als starke Einschränkung.

Socrative.com erfordert eine Registrierung, bietet im direkten Vergleich mit kwiqpoll aber ein Vielfaches an Funktionalität. Der Service ermöglicht nicht nur Umfragen, sondern auch Tests und Spiele und versucht dabei vor allem die Mobilgeräte der Lernenden in Einsatz zu bringen, auf deren Darstellungsmöglichkeiten die Einrichtungs- und Abrufseiten zugeschnitten sind. Neben Multiple Choice- sind auch True/False-Fragen und Fragen mit freien Kurzantworten möglich, nach denen dann auch direkt auf eine sich automatisch aktualisierende Ergebnisseite weitergeleitet wird. Zeitlimitierte Quize, „Exit Ticket“ (Kurzabfrage am Stundenende) und das „Space Race“ im Angebot. Beim genaueren Hinsehen erweist sich dieses Angebot als didaktisierte Sammlung, da mit geringen Varianten stets auf dieselbe Funktionalität zugegriffen wird. Dennoch hilft der Katalog, schneller als bei anderen Angeboten zu Einsatzszenarien zu kommen und diese vorzubereiten. Alle Aktivitäten können daheim vorbereitet und nur bei Bedarf freigeschaltet werden, ein großes Plus stellt dabei das „Room“-Konzept dar: Lehrkräfte erhalten einen „Room“-Zahlencode, der von den Lernenden bei Aufruf der Seite http://m.socrative.com einzugeben ist. Die Lehrkraft schaltet dann nach eigener Anmeldung unter http://l.socrative.com die gewünschte Aktivität im eigenen Raum einmalig „live“ und beendet auch deren Bearbeitbarkeit. Es ist möglich, dass z.B. Smartphones (kostenfreie, stabil laufende Apps für iOS und Android stehen zur Verfügung) von mehreren Lernenden verwendet werden, so dass (bei Netzanbindung) auch außerhalb der Computerräume mit Socrative gearbeitet werden kann. Nach Abschluss der Aktivität kann sich die Lehrkraft ein Datenblatt im Excel-Format per E-Mail zustellen lassen, das dann auch eine flexible Weiterarbeit mit den Ergebnissen ermöglicht. – Einmal entwickelte Aktivitäten können immer wieder verwendet und auch der Socrative-Community zur Verfügung gestellt werden, die im Socrative Garden umfangreiche Tipps und Anleitungen anbietet. – Socrative wird von einem „team of educators, entrepreneurs, and engineers passionate about improving education“ entwickelt, ein Geschäftsmodell ist bisher nicht ersichtlich, es ist aber nicht auszuschließen, dass früher oder später bestimmte Teile des Services kostenpflichtig werden.

Die Nutzung von GoogleDrive erfordert einen kostenlosen Google-Account, der Interessierten die Tür zu einer Vielzahl von Tools öffnet, die im Unterricht mit Gewinn eingesetzt werden können. Hier interessieren ausnahmslos die Google-Formulare. Nach Anmeldung legt man auf der GoogleDrive-Startseite (die gleichzeitig die bereits angelegten bzw. zugänglichen Dokumente listet) über das rote Icon ein Formular an. Man landet direkt im auf den ersten Blick etwas spartanisch wirkenden Editor, der aber alles mitbringt, was man zur Erstellung eines Feedback-/Evaluationsbogens benötigt: Unbegrenzte Fragen und Antwortmöglichkeiten, Verändern der Reihenfolge per Drag & Drop, Frage-Typen (Text, Textabsatz, Auswahlfrage, Ankreuzen, aus einer Liste wählen, Skala, Raster), optionaler Hilfetext, optionale Pflicht-Markierung, Auswahl aus ca. 100 Formularseiten-Designs, Duplizierbarkeit der Einzelfragen. Am unteren Rand des Editors wird bereits ein Preview-Link für das Formular angezeigt. Nach Abschluss der Erstellung kann das Formular in einer Mail verschickt oder per (sehr langem und deshalb auch höchst unwahrscheinlich „zufällig“ auffindbaren, also vor Fremden relativ sicheren) Link weitergereicht werden (im Unterricht empfiehlt sich freilich ein URL-Kürzungs-Service wie z.B. bit.ly. – Die Formulare sehen in der Regel auch auf Mobilgeräten gut aus, können auch in andere Websites (z.B. die eines LMS oder Klassen-/Schulblogs) eingebettet werden. – Die Ergebnisse werden automatisch in ein für die formularausfüllenden Personen nicht sichtbares Online-Datenblatt eingefügt, das wiederum Sortier-, natürlich auch Export- und damit auch weitere Bearbeitungsmöglichkeiten bietet. – Das Killer-Argument für dieses Werkzeug ist die wie bei allen anderen GoogleDoc-Typen eingepflanzte Kollaborationsfunktionalität. Es ist ja kein Zwang, dass nur eine Lehrkraft einen solchen Bogen entwirft. In unserem Studienseminar will ein mutiges Team von Referendarinnen und Referendaren einen Online-Evaluationsbogen für den Premierenlauf eines neuen Moduls erarbeiten (dem verdankt sich auch dieser Beitrag). Auch in evaluationserfahrenen Schulklassen lässt sich so etwas vielleicht umsetzen – dadurch gewinnen Lernende u.U. auch neue Perspektiven und längerfristig vielleicht auch eine höhere Selbstverantworlichkeit für ihr Lernen.

SurveyMonkey.com verlangt eine Registrierung und bietet im kostenlos nutzbaren Grundpaket nur 10 Fragen für eine Umfrage und max. 100 Beantwortungen pro Umfrage. – Unbestreitbare Stärken liegen neben der deutschsprachigen Benutzerführung in der Vielfalt der 15 Fragetypen (z.B. Multiple Choice, Auswahlmatrix, Bewertungsskala, Textfelder, demografische Fragen), der guten Anpassbarkeit (z.B. Kommentarfelder, Zufallsanzeige oder sortierte Anzeige von Fragen, um Beeinflussung zu vermeiden, Festlegung erforderlicher Antworten, Änderung von Größe und Platzierung, Verzweigungslogik, Offline-Erfassung durch PDF-Export, Ein-Klick-Publizierung, Einladungswerkzeuge, Collector-Einschränkungen), der Ergebnisanalyse (z.B. Echtzeitergebnisse, benutzerdefinierte Berichte, benutzerdefinierte tabellarische und grafische Datenabbildungen, Kreuztabellen, Export in verschiedenen Standard-Dateiformaten, optionale und benutzerdefinierte Ergebnispublikation ohne Kontofreigabe). – SurveyMonkey bietet das mit Abstand umfangreichste Feature-Angebot, die meisten dieser Funktionen sind im kostenlosen Paket nutzbar, die o.g. quantitativen Einschränkungen dürften für den Unterrichtseinsatz auch kein Problem darstellen. – Umfragen können mehrmals an einem Rechner bearbeitet werden, die Seiten sehen auch auf Mobilgeräten gut aus. Ein nicht zu unterschätzender didaktischer Vorteil gegenüber kwiqpoll ist, dass nach Bearbeitung der Umfrage nicht gleich auf die Ergebnisseite weitergeleitet wird, sondern zunächst nur die Lehrkraft Einblick in die Ergebnisse hat. Freilich ist eine gewisse Gewöhnungs- und Einarbeitungszeit erforderlich, dafür hat man hier ein sehr mächtiges Werkzeug in der Hand, womit sich auf komfortable Weise in allen erdenklichen Einsatzszenarien agieren lässt. – Um das Gros der Alleinstellungs-Features von SurveyMonkey auszureizen (Details), muss man 25 Euro pro Jahr zahlen, was für viele Lehrkräfte trotz der Leistungen eine hohe Hürde sein dürfte. Schul-Accounts werden zwar nicht explizit erwähnt, das „Gold“-Paket für auf alle Fachschaften umgelegte 300 Euro wird sich für Schulen, die ihren Lehrkräften diese Variante der Evaluation ermöglichen wollen, aber dennoch lohnen.

Auch wenn SurveyMonkey ein sehr viel umfangreicheres Funktionspaket schnürt, ist aufgrund der Kollaborationsoptionen, der uneingeschränkten Frage- und Antworten-Items für mich GoogleDrive der klare Favorit, aber da darf man natürlich gerne auch zu anderen Ergebnissen kommen: Eine allgemeine Empfehlung lässt sich – wie schon angedeutet – kaum formulieren, da die Anforderungen bzw. Erwartungen an ein solches Tool doch sehr unterschiedlich gestellt sein werden.

Vielleicht erleichtert dieser Überblick ja etwas die Orientierung im zunehmend unübersichtlichen Webservice-Dschungel, evtl. beflügelt er gar zur Erprobung eines der besprochenen Online-Tools.

Verfasst von Matthias Heil unter Slider, Verschiedenes, Kein Kommentar