Kommentare 0

Android-Tablet: Screengestaltung (Teil 1)

Seit einigen Tagen bin ich Besitzer des Aldi LifeTabs. Auch wenn es immer wieder Kritik an der Güte, genauer der Verarbeitung und Aktualität von Medion-Produkten, gibt, ist das Android-Tablet des Discounters für meinen Geschmack sehr gut gelungen. Tests und Kommentare gibt es mittlerweile so viele, dass eine Sammlung erster Eindrücke etc. hier nicht erforderlich ist. Wovon ich – in mehreren Teilen – berichten möchte sind die Anpassungen und Apps, durch die mir das Tablet zu einem für den Alltag praktischen Begleiter geworden ist. Dabei steht freilich nicht das LifeTab exklusiv als Gerät im Fokus, sondern vielmehr der Gerätetyp “10-Zoll-Android-Tablet”.

Schon die Gestaltung der Screens ist (ähnlich wie am Rechner) hinsichtlich Produktivität und Navigation von Bedeutung. Es ist ein Unterschied ob eine gerade benötigte App erst mühselig aus einer immer länger werdenden Liste herausgefischt werden muss oder ob sie griffbereit einsetzbar ist. Wer Mühe in die Gestaltung investieren und einige Zusatzfunktionen nutzen möchte, ist mit einem zum Honeycomb-Standard alternativen Launcher wie z.B. dem ADW Launcher gut beraten. Damit hat man nicht nur ein schönes Dock und nette Animations-Effekte, Anpassungsmöglichkeiten für alle erdenklichen Einstellungen und Icon-Themes, sondern (für mich ausschlaggebend) auch die Möglichkeit, einmal vorgenommene Einstellungen abzuspeichern und (z.B. nach dem von Aldi avisierten Icecream-Update) wieder einzuspielen.

Die Gestaltungsmöglichkeiten sind durch eine Vielzahl mittlerweile vorhandener Widgets (für iPads per App realisierbar) recht flexibel, da sie nicht nur App-Verknüpfungen, sondern auch direkt Informationen anzeigen können. Was Android-Fans schätzen, sind die nicht vorhandenen Design- bzw UI-Vorschriften, was einerseits zu einer großen Vielfalt an Ideen und optischen Umsetzungen führt, andererseits dem ästhetisch bemühten User eine sinnvolle und nicht zu geschmacklose Auswahl abverlangt. Ich habe bisher sieben Screens eingerichtet, zwischen denen man per Links- oder Rechts-Wischen wechseln kann. Der mittlere der sieben Screens ist der Startscreen, der über die Home-Funktion (01) jederzeit aufgerufen werden kann.

    01 Da es an aktuellen Tabs außer den Lautstärkeknöpfen und dem Ein/Aus-Schalter keine von außen zugänglichen Hardware-Knöpfe gibt, werden zentrale Funktionen über die Leisten am oberen und unteren Rand gesteuert. Unten links befinden sich vier Icons: “Zurück”, “Home”, “Screens” und “Funktionen”. Die Screens öffnen – ähnlich einem Task-Manager – eine Liste der offenen Apps, die nach Belieben angesteuert werden können. Die “Funktionen” werden nicht von allen Apps genutzt, bieten in der Regel aber Einstellungen und Subfunktionen einer App an.
    02 Der Systray ist dem eines Rechners sehr ähnlich, Er bietet Systeminfos und Steuerungsmöglichkeiten wie “(zweite) SD-karte auswerfen”, Dolby-Funktionen, Konnektivität- und Akkustand-Info. Hier können sich auch dauerhaft laufende Apps einklinken, z.B. eine Lautstärkesteuerung, die für meine Finger einfacher zu bedienen ist als die Hardwareknöpfe – streicht man über den Systray öffnet sich ein größeres Menü mit weiteren Optionen.
    03 Die (bei Bedarf ausblendbare) obere Menüleiste ermöglicht (links außen) Zugriff auf eine Liste aller installierter Apps, rechts die Auswahl von Wallpapers und Widgets, das Hinzufügen weiterer Screens und die ADW-Settings. Die Lupe führt zur überaus erstaunlichen Suchfunktion – je nach Einstellung und App-Schnittstelle – sind hier nicht nur die Apps, sondern auch z.B. Kindle-Titel und -Autoren, Bibelstellen, Lesezeichen und Webprotokoll, ChromeMarks, Delicious-Links, Dropbox-Dateien, Evernote-Notizen, Bilder, GoogleDocs, Wörterbücher, Wikipedia und weitere Quellen durchsuchbar – und das wahlweise per Text- oder Spracheingabe.
    04 Die im bereits erwähnten ADW-Dock gefassten App-Links sind frei definierbar und führen sinnvollerweise zu den am häufigsten genutzten Apps. Optisch ansprechend wird dieses Dock durch Icon-Themes, die sich über ADW in das System einbinden lassen, im Screenshot ist das Suave HD-Set zu sehen. Auf die einzelnen Apps werde ich in diesem Post folgenden Beiträgen einzugehen versuchen.
    05 Dieses Widget gehört zu BeyondPod, der m.E. besten Podcast-App für Tablets. Eine gute Vorauswahl von Podcast-Angeboten, einfache Ergänzung eigener Abos, Importmöglichkeiten aus GoogleReader/Listen-Subscriptions, äußerst flexible Handhabung von Aktualisierung, Speicherung, Sharing, Playlist etc. und sogar schöne Details wie eine Sleep-Funktion machen Finden, Markieren, Genießen und Teilen von Podcasts zu einer angenehmen Sache. Das Widget zeigt den gerade abgespielten Titel aus der Playlist an und führt auch zur Hauptseite der App.
    06 TapeMachine ist eine App, welche die Erstellung qualitativ hochwertiger Audioaufnahmen ermöglicht. Das Widget ermöglicht geschwind das Anhängen an die neueste oder das Starten einer neuen Aufnahme. Selbstredend können erstellte Aufnahmen geteilt, in die Dropbox, nach Evernote oder wo auch immer hin exportiert werden.
    07 PowerAmp ist der beste MP3-Player für Android mit einem schier unfassbaren Funktionsumfang, z.B. einem hervorragenden Equalizer und einer Optik, die kaum zu wünschen übrig lässt (Beispiel 1Beispiel 2). Das Widget bietet nur die wichtigsten Steuerungsoptionen, die Anwahl des Covers öffnet die Hauptseite der App.
    08 Dies sind einige häufig gebrauchte Schalter, die durch die HD Widgets als Shortcut angezeigt werden. Selbst die schnell erreichbare Kippsperre ist beim liegenden Gebrauch des Tablets eine willkommene Hilfe.
    09 Dies ist die für Android-Geräte fast schon obligatorische Wetter-Anzeige und -Prognose für die nächsten Tage, hier ebenfalls durch die HD Widgets realisiert, die freilich noch wesentlich größere und informativere Varianten enthalten. Berührt man die Wetter-Icons, öffnet sich ein Overlay der integrierten Wetter-App.
    10 Der Executive Assistant liefert eine Vielzahl von Zugriffsmöglichkeiten auf die Mail-, Reader-, Kalender- und Aufgabentools von Google sowie Facebook und Twitter. Die hier gewählte Variante zeigt nur Icons und Item-Stückzahlen an, es steht aber z.B. auch ein Widget zur Verfügung, das diese Inhalte direkt in einer Box mit Tabs anzeigt. Berührt man ein Icon, werden die neuen Einträge als Overlay angezeigt, von dort aus kommt man dann in die jeweilige App, die für Facebook und Twitter frei definierbar ist.
    11 Ein unentbehrlicher Begleiter ist Evernote – das auch in einem Folgebeitrag extra besprochen wird. Das Widget ermöglicht schnellen Zugriff auf die App und das Hinzufügen von Text-, Foto-, Audio- und Skitchnotizen sowie das schnelle Durchsuchen der Notizbücher. Die Qualität der Audioaufnahmen (im wenig weiterverarbeitungsfreundlichen AMR-Format) ist der der TapeMachine (siehe 06) zwar klar unterlegen, reicht für Audionotizen aber völlig aus und hält die Filegröße klein, so dass beim automatisierten Sync das erforderliche Datenvolumen nicht ausufert.

Fortsetzung folgt – morgen geht es um die Gestaltung der verbleibenden 6 Seiten…

Was fällt dir dazu ein?

Loading Facebook Comments ...

Schreibe eine Antwort